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Highlights der Saison im Berliner Konzerthaus

In der kommenden Woche beginnt die neue Spielzeit im Konzerthaus Berlin. Gleich mit dem Eröffnungskonzert am 26. August wird ein Schwerpunktthema gesetzt:
Der zweiteilige Abend beleuchtet mit Musik und Texten die Lebensstationen von Gustav Mahler.

Nach dem 1. Teil eröffnet die Ausstellung »Meine Zeit wird kommen« im Weber-Saal, konzipiert von der Médiathèque Musicale Mahler (Paris), gemeinsam präsentiert vom Konzerthaus Berlin und der Stiftung Berliner Philharmoniker.

Musik mit Mahler
Aus Anlass seines 150. Geburtstages und 100. Todestages widmet das Konzerthaus Berlin dem Komponisten einen Zyklus, der sich in drei »Themeninseln« verdichtet. Sie sind überschrieben mit Worten, die dem Mahlerschen Œuvre entstammen: »Wo die schönen Trompeten blasen«, »Sterben werd‘ ich, um zu leben«, »Wenn nur ein Traum das Leben ist«.

Intendant Prof. Sebastian Nordmann: »Wenn Gustav Mahler eine Spielzeit lang in den Mittelpunkt der Programmatik des Konzerthauses Berlin rückt, steht nicht die bloße Aufführung seiner Sinfonien im Vordergrund. Mahlers Musik wird in Kontexten erscheinen, die sie neu erfahrbar machen, die zeigen, aus welchen Traditionen sich seine Kunst speiste und wie sie Impulse in die Zukunft auszusenden imstande war. In drei einwöchigen Schwerpunkten werden jeweils eigenständige Themen beleuchtet, die für den musikalischen Kosmos dieses Komponisten essentiell sind.«

Artist in Residence
Der 1970 in Ankara geborene Pianist und Komponist Fazil Say ist Artist in Residence des Konzerthauses Berlin in der Saison 2010/11. Im März 2010 endete seine fünfjährige Residency beim Konzerthaus Dortmund mit der Uraufführung der »Istanbul-Sinfonie«, die von Presse und Publikum gleichermaßen gefeiert wurde: »Jede Bühne, die er betritt, wird zum Club. Und sein Publikum gibt ihm recht darin, liegt ihm zu Füßen«, schrieb die nmz. Schon Anfang 2010 begeisterte er bei einer Mozart-Matinee in Berlin, »mit rockig stampfenden Bässen, virtuos wildem Akkordspiel und zarten Pedalzaubereien«, so der Tagesspiegel.

Mit insgesamt 13 Auftritten ist Fazil Say noch präsenter als seine Vorgänger. Wie sie wird er nicht nur dem Konzerthausorchester als Solist zur Verfügung stehen, sondern auch bei Kammerkonzerten, innerhalb des Junior-Programms, bei einer Mozart-Matinee und in einem Recital zu hören sein. Zudem wird sein neues Werk für Bläserquintett am 1. April 2011 im Konzerthaus Berlin das Licht der Welt erblicken. Schließlich ist ihm am 9. Juni ein ganzer Abend gewidmet: Fazil Say lädt Freunde und Weggefährten ein zur langen Nacht »Alla turca«, bei dem sich das Programm aus dem Großen Saal über die Freitreppe bis auf den Gendarmenmarkt bewegen soll.

Konzerthausorchester Berlin, Gastdirigenten, Solisten
In der Spielzeit 2010/11 wird es insgesamt 77 Sinfoniekonzerte mit dem Konzerthausorchester Berlin in der heimischen Spielstätte geben, davon 21 mit Chefdirigent Lothar Zagrosek. Die Ensembles und Musiker des Konzerthausorchesters bestreiten 14 Kammermusikkonzerte. Außerdem beteiligen sie sich an drei »Entdeckungsreisen in die Welt der Musik« innerhalb des Junior-Programms.

Das Konzerthausorchester Berlin begrüßt in der neuen Saison 18 Gastdirigenten bei seinen Abonnement-Konzerten, u.a. Vladimir Fedoseyev, Bertrand de Billy, Michael Gielen, Eiji Oue, Peter Ruzicka, Michael Sanderling, Simon Gaudenz und Kirill Karabits. Namhafte Solisten werden das Programm bereichern, u.a. Salvatore Accardo, Patricia Kopatchinskaja, Daniel Müller-Schott, Lars Vogt, Håkan Hardenberger und Veronique Gens.

Insgesamt zehn Gastspielkonzerte führen das Konzerthausorchester Berlin unter Lothar Zagrosek nach Wismar, St. Pölten, Salzburg, Villach, Zagreb und Maribor sowie in Berlin in die Philharmonie im Rahmen des musikfests 2010. Auch beim Rheingau Musik Festival in Wiesbaden wird es zu Gast sein. Den sommerlichen Abstecher zum Kloster Chorin unternimmt das Orchester diesmal unter der Leitung von Michael Sanderling und Vladimir Fedoseyev.

Neue Reihen
Vier neue Reihen, die bereits seit 1. April im Abonnement erhältlich sind, erweitern zur Spielzeit 2010/11 das Programm. Es sind attraktive Angebote, die das Profil des Hauses weiter schärfen. So umfasst die Reihe »Artistisch« vier Konzerte mit dem Artist in Residence Fazil Say, während sich bei den sechs kammermusikalischen »Haus-Konzerten« ehemalige Artists in Residence wie Viviane Hagner und Martin Helmchen sowie weitere Künstler einfinden.

»Ausgezeichnet!« geht es weiter mit aufstrebenden Stars der internationalen Klassikszene, die mit dem Konzerthausorchester zu hören sein werden. Namen wie Pierre-Laurent Aimard und Arcadi Volodos finden sich schließlich in der neu kreierten Reihe »Pianissimo« wieder, die die erste Liga internationaler Meisterpianisten versammelt.

Oper konzertant
Im April 2006 begann Lothar Zagrosek eine Reform der szenischkonzertanten Aufführungen von Opern. Im März 2011 findet die Reihe nun ihren Höhepunkt mit Joseph Martin Kraus‘ Sturm- und Drang-Werk »Aeneas in Carthago«. Kraus, Komponist und Hofkapellmeister am schwedischen Königshaus, schrieb seine Oper zum Geburtstag des Königs Gustav III. 1791. Die Ermordung des Königs kurz darauf verhinderte die Aufführung zu Lebzeiten des Komponisten, so dass das Werk zu Unrecht in Vergessenheit geriet und erst 2006 in seiner Originalgestalt unter Lothar Zagrosek in Stuttgart zur Premiere kam. Eifersucht und Sendungsbewusstsein, Völkerkonflikt und Individuum sind Themen, die um das Liebesdrama von Dido und Aeneas kreisen.

Konzerthaus Berlin
Gendarmenmarkt
D-10117 Berlin
www.konzerthaus.de

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