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Berlin – Schwerpunkte des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie

Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Patienten wächst, die sich über medizinische Behandlungen beschwert. Neun der zehn häufigsten Diagnosen, die Betroffene veranlassen einen Antrag auf ärztlichen Behandlungsfehler zu stellen, sind aus dem orthopädisch-unfallchirurgischen Bereich. Orthopäden und Unfallchirurgen arbeiten deshalb seit Jahren intensiv daran mit, Risiken für Patienten zu minimieren und deren Zufriedenheit mit Behandlungsverfahren zu optimieren. Sicherheit für Patienten ist eines der Schwerpunktthemen des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 26. bis 29. Oktober 2010.

In deutschen Krankenhäusern ist die Kommunikation zu Fehlern und Beinahe-Fehlern transparenter geworden. Eine der Folgen ist, dass sich Patienten häufiger beschweren, wenn sie der Meinung sind, etwas ist falsch gelaufen. „Die erhöhte Sensibilität und Ermutigung zur Fehlermeldung ist auch bei Ärzten und medizinischem Personal vorhanden“, meint Dr. med. Daniel Frank, Tagungspräsident des DKOU 2010 und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und orthopädische Chirurgie (DGOOC). Es wurden bereits viele verschiedene Verfahren in den täglichen Ablauf einer Klinik eingebaut, die die Abläufe sicherer machen sollen. Dazu gehören Checklisten, gemeinsame Analysen von Zwischenfällen sowie Trainingsprogramme, die gezielt auf chirurgische Eingriffe oder die Versorgung schwerverletzter Menschen unter Zeitdruck vorbereiten.

Eine chirurgische Checkliste verlangt beispielsweise, dass der Chirurg den Patienten nach seinem Namen fragt und sich das OP-Team untereinander einzeln vorstellt, um sicher zu gehen, dass alle Beteiligten beim richtigen Eingriff dabei sind. Im Team soll weiterhin vor dem Eingriff über mögliche Komplikationen während der Operation gesprochen werden. Nicht zuletzt müssen alle medizinischen Instrumente vorher und nachher abgezählt sein. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass kein Fremdgegenstand im Patienten verbleibt.

Das sogenannte CIRS (Critical Incident Reporting System) ist ein Verfahren, in welchem kritische Zwischenfälle im Nachgang analysiert werden, um Risiken künftig auszuschließen. Fehlerberichts- und Lernsysteme können auch online abgerufen werden. Ärzte haben dort die Möglichkeit, sich gezielt nach Fallbeispielen zu informieren oder eigene Missgeschicke zu berichten.

Kliniken, die ein solches Risikomanagement eingeführt haben, berichten von positiven Rückmeldungen von Patienten und sogar von einem Wettbewerbsvorteil. „Wir arbeiten jedoch darauf hin, dass alle orthopädisch-unfallchirurgischen Einrichtungen Sicherungssysteme einbauen“, betont Frank. Mehrere Kongressveranstaltungen informieren deshalb, was sich in den vergangenen Jahren bewährt hat und jede Klinik heute tun sollte.

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU)

26. bis 29. Oktober 2010, Berlin: www.dkou.de

Pressestelle DKOU 2010
Foto:

Lothar Wandtner / pixelio.de

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