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Alexandra unvergessen – Album Unvergessen neu bearbeitet

Ein Jahr nach Alexandras tragischem Tod veröffentlichte ihr Produzent und Entdecker Fred Weyrich 1970 das Album „Unvergessen“ mit Demo-Aufnahmen, die er zu Beginn ihrer Karriere aufgenommen hatte. Die 12 mehrsprachigen Lieder wurden nun nachträglich bearbeitet und orchestriert.

Im erweiterten Tracklisting der Neuauflage von „Unvergessen“ (VÖ: 05.11.) befindet sich noch eine Alternativ-Aufnahme des bekannten „Zigeunerjungen“ und den bisher unveröffentlichten Titel „Maskenball“, der nach langen Recherchen in den Universal-Bandarchiven gefunden wurde.

Aus ebenfalls unveröffentlichtem Bildmaterial, das Alexandra bei einer Studiosession zeigt, wurde für dieses Lied ein Video produziert, das erstmals als Multimediatrack auf diesem Album enthalten ist.

„Maskenball“ war 1968 als Alexandras zweite Single geplant. Das lebendige Stück aus der Feder von Hans Blum fand zwar den Weg ins Aufnahmestudio, aber nie auf Schallplatte. Denn es wurde kurzerhand zugunsten „Sehnsucht – Das Lied der Taiga“ zurückgestellt und geriet dann völlig in Vergessenheit. Bis vor einiger Zeit durch Zufall ein Wochenschau-Beitrag entdeckt wurde, in dem Alexandra dieses Lied vorträgt. Dieser Beitrag wurde im Januar 1968 zwar produziert, aber nie gesendet und liegt auch nur als Rohschnitt vor.

Diese Entdeckung war der Anlass, in den Universal-Bandarchiven nach der „Maskenball“-Aufnahme zu suchen. Mit Erfolg! Kein geringerer als Alexandras Hitschreiber Hans Blum selbst ist erneut ins Studio gegangen und hat den wieder gefundenen Titel sensibel auf das heutige Klangniveau gebracht.

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Zu Alexandra

Eigentlich passte Alexandra so gar nicht in eine Zeit, die romantische Gefühle verachtete und als überflüssige Sentimentalitäten belächelte. Und dennoch wurde in ihrer Person, in ihren Liedern etwas von jenen geheimen Sehnsüchten offenbar, die unversehens die viel bespöttelte blaue Blume der Romantik zum Vorschein kommen lassen. Man nannte sie den „Senkrechtstarter” im deutschen Showgeschäft, deutsche und österreichische Kritiker erwählten sie zur „beliebtesten Sängerin”. Sie machte eine Tournee mit Adamo, erkor Udo Jürgens zum Komponisten des selbstgetexteten Erfolgschansons „Illusionen” und erklomm mit ihrer LP „Sehnsucht – ein Porträt in Musik” in Windeseile die Hitparaden. Viele weitere Hits und Evergreens folgten. Ein erstaunliches junges Mädchen: grazil, mondän, mit einem Stich ins Romantische. Ein Autounfall beendete 1969 ihr kurzes Leben. Doch die Legende dieser genialen Musikerin mit der einzigartigen tiefen Stimme lebt bis heute weiter.

An einem Dienstag, dem 19. Mai 1942, wurde Doris Treitz (Alexandra) in Heydekrug, im schönen Memelland, geboren. Nach der Flucht vor der Roten Armee wuchs sie im hohen Norden Deutschlands auf. Ihre Kinderjahre verbrachte sie in Kiel und Hamburg. Mit 17 besuchte sie nicht nur die Meisterschule für Mode in Hamburg, sondern arbeitete auch in einem Hamburger Hotel als Zimmermädchen, um sich die erste Gitarre kaufen zu können. Kaum konnte sie die ersten Akkorde greifen, komponierte und textete sie auch schon. Später arbeitete sie als Stenotypistin in einem Hamburger Verlag und dann als Sekretärin in einer hanseatischen Speditionsfirma.

Mit 19 Jahren lernte sie den aus Russland stammenden und 30 Jahre älteren Nikolai Nefedov in Hamburg kennen. Mit ihm wollte sie nach Amerika auswandern. Als sie 20 Jahre alt war, schenkte sie ihrem Sohn Alexander das Licht der Welt. Doch schon ein Jahr später ging die Ehe in die Brüche. Nikolai Nefedov wanderte alleine in die USA aus. Alexandra aber blieb in Deutschland. Sie träumte schon lange von einer Karriere als Sängerin oder Schauspielerin und besuchte aus diesem Grund eine Schauspielschule. Um ihr Studium zu finanzieren, arbeitete sie als Zeichnerin. Während Alexandra zur Schule ging, versorgte ihre Mutter ihren Sohn. Nach drei Jahren Margot-Höpfner-Schauspielschule wurde sie sofort an einem Theater in Neumünster engagiert. Außerdem unterschrieb Alexandra einen Vertrag bei dem Schallplattenproduzent Fred Weyrich und kein Geringerer als Hans R. Beierlein wurde ihr Manager. Der kometenhafte Aufstieg der Sängerin begann.

Mit fünfundzwanzig Jahren hatte sie ihren ersten Hit: „Zigeunerjunge” aus der Feder von Hans Blum. „Sehnsucht” folgte und war ihr zweiter großer Erfolg. 1968 erhielt sie die „Goldene Europa“. Die vielsprachige Alexandra fand schnell Kontakt zu französischsprachigen Chansonniers wie Adamo, Gilbert Bécaud und Yves Montand und reiste weiter nach Brasilien, um an einem Musikfestival teilzunehmen. Dort traf sie den Bossa Nova-Komponisten und Sänger Antonio Carlos Jobim. Seinen Hit „Manha de Carnaval“ nahm sie mit dem deutschen Titel „Das Glück kam zu mir wie ein Traum“ auf. Der Regisseur Truck Branss verfilmte 1969 diese Reise für die ARD-Show: „Ein Portrait in Musik“.

1969 zog sie von Hamburg nach München in eine Wohnung im noblen Stadtteil Nymphenburg. Sie fuhr ihr erstes großes Auto, ein weißes Mercedes-Coupé. Am Donnerstag, den 31. Juli 1969 kommt es in Tellingstedt zum verhängnisvollen Unfall: Die Sängerin war mit ihrer Mutter und ihrem sechsjährigen Sohn auf der Fahrt in die Ferien nach Sylt, als ihr Wagen auf einer Kreuzung mit einem Lastzug zusammenstieß. Etwa 30 Meter wurde ihr Mercedes mitgeschleift. Alexandras Mutter wurde aus dem Wagen geschleudert. Sie starb kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus. Der Gesangsstar selbst lag tot im Wagen. Sohn Alexander kam mit Wunden an den Armen davon. Alexandra wurde nur 27 Jahre alt…

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