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Aktives Altern und gesellschaftliche Teilhabe heutiger Senioren

Mit dem demographischen Wandel wird die heranwachsende Schar der jungen Senioren oftmals zu unrecht als alt und gebrechlich betitelt, denn neben dem Jahrgang sind es vor allem Faktoren wie der individuelle gesundheitliche Status, gesellschaftliche Teilhabe und unabhängige Mobilität, die den Lebenswandel der Senioren prägen. Kulturelle Einrichtungen erfahren jedenfalls aus dieser Gruppe seit Jahren wachsenden Zulauf.

Mobilität im Alter

Wer heute im Alter ab 50 + einen Internetkurs für Senioren besucht, der tut dies sicher nicht in erster Linie, um sich über Seiten wie www.lifta.de darüber zu informieren, wie man die Mobilität auch im eigenen Heim soweit aufrecht erhalten kann, um dem Lebensabend in größtmöglicher Selbstständigkeit zu verleben. Trotzdem ist es gerade das Thema Mobilität, auf das die Senioren besonderen Wert legen, wenn es darum geht, selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Doch Mobilität fängt nicht erst da an, wo Hilfsmittel das eigene Vorankommen absichern. Schon mit dem Ende des Berufslebens und dem Eintritt in das Rentenalter setzen die rüstigen Senioren von heute auf eine verstärkte Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben, übernehmen ehrenamtliche Aufgaben oder gehen wieder zur Universität. „Aktives Altern“, mit diesem Term umschreibt die World Health Organization (WHO) diesen Teil des Lebens, der in den allgegenwärtigen Diskussionen um den drängenden Umbau der sozialen Systeme viel zu oft außer Acht gelassen wird.

Das Problem ist das System

Kindesalter, Erwachsensein und Greisenzeit – diese herkömmliche Dreiteilung der Gesellschaft stellt das tatsächliche Abbild extrem verkürzt dar und ist schon in den Ansätzen falsch. Denn tatsächlich dauert bereits die Ausbildung in der heutigen Zeit immer länger und der späte Eintritt der Berufsanfänger geht ebenso zu Lasten der Kassen, denen die Beiträge der jungen Nachzügler fehlen. Immer mehr Arbeitnehmer gehen zudem frühzeitig in den Ruhestand und beziehen Transferleistungen ohne weiterhin in das soziale System einzuzahlen.

Aktive Senioren und die kulturelle Gesellschaft

Während die Experten darüber noch diskutieren, entstehen bereits die ersten Mehrgenerationenhäuser, bei denen die ausgeschlossenen Alten zu neuen Aufgaben finden und ihren Beitrag dazu leisten können, dass die Verteilung der Aufgaben auch dann gerecht bleibt, wenn immer weniger Menschen die Kosten dieses Sozialsystems mit ihren Beiträgen zur Versicherung tragen müssen, während gleichzeitig Familie und Haushalt unter diesen Hut zu bringen sind. Doch dieses Modell taugt nicht für jeden, denn nicht wenige wollen auch im Alter lieber alleine leben, ohne den Anschluss an das gesellschaftliche Leben zu verlieren.

Scheinen die Senioren für die Konsumforschung oder die politische Teilhabe vor allem aus medialer Sicht zunehmend unattraktiv zu werden, so zeigt sich im kulturellen Wesen doch genau das Gegenteil. Festivals und kulturelle Angebote wenden sich inzwischen an Jung und Alt und bauen so eine Brücke zwischen den Generationen. Zwischen der Erwerbstätigkeit und dem Ruhestand liegen also immer noch viele Jahre einer aktiven Seniorenzeit, die man in vollen Zügen genießen kann.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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