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Casting Star Susan Boyle veröffentlicht neues Album

Vierzehn Millionen verkaufte Platten nach vierzehn Monaten Musikbusiness: mit einer synchronisierten Präzision, die man sich kaum ausdenken (geschweige planen) könnte, passieren Susan Boyles Veröffentlichung eine Millionenmarke nach der anderen.

In über zwanzig Ländern auf fünf Kontinenten erreichten ihre Alben bislang Platz eins der Charts. Sie hat einen langen und beispiellosen Weg zurückgelegt, von den mittlerweile legendären Auftritten in einer britischen Talentshow bis hin zum Erfolg ihrer beiden Alben „I Dreamed A Dream“ (2009) und „The Gift“ (2010).

Doch der kommerzielle Erfolg ist nur ein Aspekt ihrer Karriere: denn für die treuen Fans ihrer beeindruckenden Interpretationen sakraler und säkularer Klassiker, zeitloser Liebeslieder und beherzter Neu-Variationen großer Pop- und Rocksongs, ist die bescheidene Frau aus einem verschlafenen Kaff in Schottland längst eine DER prägenden Sängerinnen ihrer Generation. Am 4. November erscheint nun ihr drittes Album „Someone To Watch Over Me“.

„Als wir uns an das dritte Album machten, war ich immer noch unglaublich nervös“, erklärt sie. „Ich machte mir Sorgen, dass ich das, was ich vorher gemacht habe, nicht mehr können würde, oder nicht weiter steigern kann. Aber nach einer Woche im Studio war es wie ein zweites Zuhause für mich.“ Einmal mehr tat sie sich mir Super-Produzent Steve Mac zusammen und beschloss, nach der festlich-kirchlichen Ausrichtung des zweiten Albums „The Gift“ auf die Briefe ihrer Fans einzugehen.

„Es gibt bestimmte Songs, die ich persönlich liebe und die großartig zu den Geschichten passen, von denen mir die Menschen berichteten. Also sollte das neue Album davon handeln. Manchmal sind das ziemlich bedrückende Dinge“, sagt sie. Gescheiterte Ehen, Trauer, gute und schlechte Zeiten, viel Auf und jede Menge Abs. All das fand sich in Susans Briefkasten, vorzugsweise auf altmodischem Weg zugestellt: mit Tinte und einer Briefmarke. „Das hat mich wirklich tief berührt“, erklärt sie.

Das erste Stück, das sie im Kasten hatte, war die Interpretation des Depeche-Mode-Klassikers „Enjoy The Silence“. „Die Melodie des Songs ist einfach nur wunderschön“, erklärt sie, „vor allem der Text klingt, als wenn er viele Menschen berühren wird, so wie er mich berührt hat.“ Jemanden, der in seinem Leben der Leidtragende zahlreicher ziemlich gemeiner Worte war, singen zu hören: „Words are very unnecessary, they can only do harm”, verleiht der Komposition völlig neue Kraft.

Weitere Stücke wurden mit ähnlichem Enthusiasmus angegangen. Hört man z.B. ihre überraschend straighte Interpretation des Tears-For-Fears-Klassikers „Mad World“, so könnte man sich für Susan Boyle durchaus eine Zukunft als erfolgreiche Interpretin großer New-Romantic-Songs vorstellen. „Ich kann mir kein besseres Lied für mich vorstellen“, sagt sie. „Wir wollten auf dem neuen Album experimentieren. Weg von den Standards und Balladen. Man weiß ja nie, vielleicht gefällt es ja auch einem jüngeren Publikum. Anhand meiner Post kann ich sehen, dass mir Menschen zwischen zwanzig und achtzig schreiben. Es ist nicht nur eine Altersgruppe.“

Ihr unglaublicher Erfolg in den vergangenen zwei Jahren öffnete ihr viele Türen. Sie selbst ist natürlich nicht der Typ, der mit Namedropping angibt, doch die beiden Abba-Legenden Benny und Björn unterstützen sie bei der Aufnahme einer speziellen englischen Übersetzung des Stücks „You Have To Be There“ aus ihrem schwedischen Musical „Kristina“. „Der Text war eine wirkliche Herausforderung“, sagt Susan, „es stellt die religiöse Atmosphäre meines letzten Albums geradezu auf den Kopf. Ich betrete damit unsicheres Territorium. Es fordert meine Vorstellungskraft. Für mich ist es auf verschiedene Art und Weise einfacher, über die Musik zu kommunizieren, als mit Menschen zu sprechen.“

http://www.susanboylemusic.com/de/

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