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Die Angst vor Creutzfeldt-Jakob

Medikamente für Bluter können gefährliche Viren enthalten

(djd). Aus Spenderblut hergestellte Medikamente können gefährlich sein. Davor warnt die Virologin Professor Susanne Modrow vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg. In einer groß angelegten Studie konnte sie nachweisen, dass Blut häufig mit Viren verseucht ist, die sich nicht "herausfiltern" lassen. "Jedes aus Menschen oder Tieren gewonnene Produkt ist potenziell mit Infektionserregern belastet, die beim Menschen Krankheiten auslösen können", warnt Modrow. Besonders gefährlich seien neue Varianten bekannter Viren oder neue, noch nicht erforschte Infektionserreger.

Droht ein neuer Blutskandal?

Daraus ergibt sich ein enormes, offenbar bislang unterschätztes Problem für Blutprodukte, also für Medikamente, die aus menschlichem Blut hergestellt werden. Besonders davon betroffen sind die rund 6.000 Bluter in Deutschland. Sie leiden unter Hämophilie, einer der häufigsten Erbkrankheiten, bei der die Blutgerinnung gestört ist.

Hämophiliepatienten erhalten meist aus Blutplasma gewonnene Medikamente, die das Blut mit den fehlenden und so wichtigen Gerinnungsfaktoren versorgen. Diese Medikamente sind jedoch mit Risiken behaftet. So gab es etwa kürzlich einen beunruhigenden Todesfall in England: Bei einem 70-jährigen männlichen Bluter wurde nach seinem Tod eine Infektion mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) festgestellt.

Sichere Medikamente sind oft wenig bekannt

Eine absolute Sicherheit für aus Plasma hergestellte Gerinnungsfaktoren kann derzeit von niemandem garantiert werden. Zum Glück gibt es Alternativen: Präparate, bei denen die Gerinnungsfaktoren synthetisch, also ohne Blut und damit absolut rein, gewonnen werden. Sie werden als rekombinante Faktorenpräparate bezeichnet.

Wer sie einnimmt, ist keinem Risiko ausgesetzt, an Creutzfeldt-Jakob oder anderen, noch unbekannten Erregern zu erkranken. Besonders wichtig ist dieser Schutz für Patienten mit Abwehrschwäche, Kinder oder Schwangere. Synthetisch hergestellte Gerinnungsfaktorpräparate werden von den Krankenkassen erstattet.

Text / Foto: djd
Trotz aufwendiger und sorgfältigster Kontrolle können Präparate aus menschlichem Blut gefährliche Krankheitserreger enthalten.
Foto: djd/Gesellschaft für Medizin und Medien mbH

20.03.2009 20:32 Alter: 362 Tage
 
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